Stadtbäume im Klimawandel

Interessante, informationsreiche Führung durch die Stadtgärtnerei Basel.

Die Freien Wähler Maulburg führte ihr diesjähriger Herbstausflug nach Kleinbasel, eingeladen waren auch die Mitglieder der Arbeitsgruppe Klima und Artenschutz, ebenso Bürgermeister Jürgen Multner. Selbst zwei Stadtplanungsspezialisten aus Stuttgart und Esslingen waren angereist.

Maulburg plant noch mehr Grün in seine Strassen zu bringen, einerseits um das Mikroklima für seine Bürger in den heissen Sommermonaten deutlich zu verbessern, andererseits binden wachsende Bäume viel Kohlendioxyd.

Viele wichtige Informationen erhielt man von der Leiterin des Grünflächenunterhalts der
Stadtgärtnerei Basel, Frau Yvonne Aellen, und Jean-Luc Obermeyer in seiner Funktion als
Baumpfleger auf einer Führung durch Kleinbasel. Basel hat eine hohe Artenvielfalt bei seinen
Stadtbäumen, neben einheimischen Arten wie Winterlinde, Europäische Hopfenbuche und
Rosskastanien erweisen sich andere Arten als günstig oder werden auf eine Zukunft hin testweise gepflanzt wie Schmalblättrige Esche, Tulpenbaum, Südlicher Zürgelbaum, Götterbaum, Gelbblühende Rosskastanie, Geweihbaum und Ginkgo. Den Teilnehmern wurden entsprechende Beispiele im Erlenmattquartier, im Bereich der Kaserne und im Claramatte Park gezeigt. Basel wappnet sich mit seiner Diversität für die Zukunft.

Sehr wichtig sind die Pflanzung und Pflege der Bäume. Die Stadtgärtnerei bezieht ein
selbstgemischtes Pflanzsubstrat von ihrer Baumschule, welches auch bei Verdichtung noch genügend Luft und somit auch Wasser in den Wurzelbereich der Bäume lässt. Die Bewässerung erfolgt mit Schläuchen oder mit Wassersäcken. Die Pflanzscheiben erhalten eine Wasserzufuhr auch über die Trottoirs, die sich auf die Bäume hin absenken. Sehr günstig erweisen sich auch
Staudenbepflanzungen im Bereich der Baumscheiben. Trotzdem sind einheimische Arten wie
Rotbuchen, Hainbuchen und Rosskastanien zunehmend gefährdet, was Sorge bereitet. Die tieferen Wurzelbereiche werden kaum noch vom wenigen Wasser erreicht. Die Stämme der jungen Bäume werden mit Bambusmatten umgeben, um sie vor der starken Sonnenstrahlung zu schützen, die Risse und damit Eintrittspforten für Pilzkrankheiten erzeugt.

In der Feldbergstrasse hat man wegen Platzmangel im Strassenbereich direkt an den Fassaden
halbrunde Pflanzbereiche für Glyzinien, dem Blauregen geschaffen. Im Bereich der Kaserne wurde deutlich, wie viele Ideen Basel entwickelt, um seine Bäume vor Verletzungen zu schützen. Stämme werden mit alten Feuerwehrschläuchen vor Autos geschützt, Seile werden in Ummantelungen über die Äste gezogen. Auch Pflanzungen von einheimischen Büschen in geeigneten Bereichen bilden wichtige Lebensräume für die Vogelwelt.

FW-Gemeinderat Kurt Greiner bedankte sich als Organisator mit einer kleinen Aufmerksamkeit bei den beiden Leitern, die viel Beifall für diese sympathische Führung von den Teilnehmern bekamen. Die zahlreichen innovativen Massnahmen der Stadtgärtnerei Basel waren bemerkenswert. Mit der S6 ging es vom Badischen Bahnhof nach Maulburg zurück, wo man es im Gleis 7 ausklingen ließ.

Herbstausflug Freie Waehler Maulburg / Stadtgaertnerei Basel